Das sogenannte Gregorius-SyndromZunächst einmal: nein, das
Gregorius-Syndrom heißt nicht so, weil ich in besagter Singlebörse ständig auf Männer stoße, die den heimlichen Wunsch haben, unwissend ihre eigene Mutter zu heiraten, um danach jahrelang auf einem Stein gekettet zu hungern, nur um schließlich Papst zu werden.

Das
Gregorius-Syndrom wird, so nehme ich inzwischen an, auch durchaus durch meine passive, unbewusste Mithilfe ausgelöst, was einerseits für mich verdammt ärgerlich, andererseits aber auch beruhigend ist, da es mich darin bestätigt, was ich für ein guter Mensch bin, wenn ich es schaffe, Menschen derart glücklich zu machen.

Das Heimtückische an obengenanntem Syndrom ist, dass es erst einmal im Verborgenen liegt und von mir erst dann erkannt werden kann, wenn es bereits zu spät ist. Es fängt wie immer sehr harmlos an, indem in einer Online-Singlebörse ein netter schriftlicher Kontakt entsteht, der auch nach sagen wir zwei Wochen nicht abgerissen ist. Ein eventuelles Treffen wird schon einmal grob angesprochen, alles ist noch harmonisch, sympathisch, nett eben, nichts deutet das drohende Unheil (man möge mir den Einsatz einer Hyperbel an dieser Stelle verzeihen

) an, außer vielleicht das langsam aber stetig steigende Interesse meinerseits an dem Gesprächspartner. Eigentlich, wen man genauer darüber nachdenkt, ist letzteres sogar schon ein recht eindeutiger Hinweis auf das
Gregorius-Syndrom...
Wie auch immer: kurz, bevor tatsächlich ein Treffen ausgemacht wird, landet plötzlich eine folgendschwere Nachricht desjenigen Herrn in meinem Posteingang, in welcher er die, aus seiner Sicht, frohe Botschaft verkündet: er hätte eine Frau kennen gelernt, durch einen ganz seltsamen Zufall, aber es hätte auf Anhieb gefunkt, sie hätten sofort auf der gleichen Wellenlänge gelegen und irgendwie scheint alles zu passen. Derjenige hätte so etwas noch nie erlebt und, auch wenn es ihm leid täte, würde er sich nun nich mehr mit mir treffen wollen bzw. sich auch (verständlicherweise) aus dieser Singlebörse verabschieden.
Ja, so äußerst sich das
Gregorius-Syndrom. Und man (oder in diesem Falle: ich) kann demjenigen dann natürlich auch nicht einmal böse sein, weil ihn diese Ehrlichkeit ja zwangsläufig von den anderen blöden Männern unterscheidet, die vermutlich trotzdem noch weiter mit mir geschrieben hätten, um zu sehen,
ob da noch was geht (

) oder so. Um so bedauerlicher ist es zudem, dass dieser ehrliche Mann nun erst einmal vom aktiven Singlemarkt verschwunden ist, und man (oder ich) schon quasi
so nah dran war... Das könnte einen deprimieren, aber ich sehe es von der anderen Seite: ich mache Menschen glücklich, da ich dieses Syndrom ja mit ausgelöst habe und ohne mich hätte derjenige seine Angebetete womöglich nie getroffen.

Na ja, zwei Mal ist mir das bisher passiert, Tendenz, wie immmer: steigend.^^
Wer also schon bald seiner Traumfrau über den Weg laufen will, sollte zunächst einmal den Online-Kontakt zu mir herstellen, dann geht es schneller!